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Therapiekonzepte
So helfen mit Medikamente!
Bluthochdruckbehandlung

So helfen mir Medikamente


 

Wie greifen Medikamente in die Blutdruckregulation ein?


Der Körper besitzt ein ausgeklügeltes Regulationssystem, das Blutkreislauf und Blutdruck steuert. Der Herzschlag erzeugt den Blutdruck in den Blutgefäßen. Wie stark dieser Druck ist, hängt zum einen von der Stärke und der Frequenz des Herzschlags ab, zum anderen von der Dehnung feinster Blutgefäße, den Arteriolen: Soll der Blutdruck steigen, werden die Arteriolen verengt. Der Blutdruck sinkt, wenn sich diese Gefäße weit öffnen. Mehrere Steuersysteme arbeiten dabei Hand in Hand. Das Gehirn wertet ständig eingehende Signale über Blutdruck und Blutfluss aus und setzt über das Nervensystem entsprechende Regulationsmechanismen in Gang. Ein weiteres Steuersystem basiert auf Botenstoffen, z. B. dem Angiotensin II. Verschiedene Organe schütten solche Hormone aus. Auch die Nierenaktivität hat Einfluss auf den Blutdruck. Bei krankhaft erhöhtem Blutdruck kann man an verschiedenen Stellen dieses Regelsystems eingreifen. Dementsprechend unterschiedlich ist die Wirkungsweise der blutdrucksenkenden Medikamente. Die Wahl des geeigneten Arzneimittels hängt u. a. von der Blutdruckhöhe, von Begleiterkrankungen oder dem Alter des Patienten ab.

Grafik: Absenkung des Blutdrucks
Angriffspunkte der unterschiedlichen Blutdruckmedikamente

Welche Medikamente gegen Bluthochdruck gibt es?


Zur Behandlung des Bluthochdrucks gibt es heute hochwirksame Präparate, die - z. B. zusammen mit gesunder Ernährung, Reduktion des Körpergewichts und Reduktion der anderen Risikofaktoren - den Blutdruck in den meisten Fällen auf normale oder fast normale Werte senken können. Bluthochdruck ist jedoch eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist. Das bedeutet, dass blutdrucksenkende Medikamente als Dauertherapie eingenommen werden müssen. Das ist nicht weiter problematisch, da die meisten modernen Medikamente schon mit einer Tablette am Tag ausreichend wirken und in der Regel sehr gut verträglich sind.

Angiotensin-II-Antagonisten oder Sartane


Das Ergebnis moderner Wirkstoffforschung sind Angiotensin-II-Antagonisten, kurz A-II-A. Sie greifen in die hormonelle Regulation des Bluthochdrucks ein, indem sie das Renin-Angiotensin-System beeinflussen. Angiotensin II ist einer der wichtigsten Botenstoffe mit Blutdruck steigernder Wirkung im Körper. A-II-A vermindern die blutdrucksteigernde Wirkung des Hormons Angiotensin II. Im Gegensatz zu den ACE-Hemmern entfalten sie ihre Wirkung vor Ort, direkt an den Rezeptoren auf der Oberfläche der Blutgefäße. Hier halten die A-II-A die Bindungsstellen des Angiotensin II besetzt, das deshalb sein Blutdruck steigerndes Signal nicht mehr absetzen kann. A-II-A arbeiten so gezielt, dass unerwünschte Wirkungen minimal sind. Sie sind hochwirksam und sehr gut verträglich.

ACE-Hemmer


ACE-Hemmer greifen ebenfalls in die hormonelle Regulation des Bluthochdrucks ein, indem sie das Renin-Angiotensin-System beeinflussen. Sie verhindern die Bildung des Hormons Angiotensin II durch die Blockade eines Enzyms, dem Angiotensin-Convertierungs-Enzym (ACE), das an der Herstellung von Angiotensin-II beteiligt ist. Dadurch vermindert sich der Angiotensinspiegel im Blut, die Gefäße weiten sich und damit sinkt auch der Blutdruck. ACE-Hemmer werden in der Regel recht gut vertragen. Es kann jedoch gelegentlich zu Reizhusten kommen. Zuweilen treten auch allergische Reaktionen, wie z. B. Hautausschlag oder Schwellungen im Unterhautgewebe (angioneurotisches Ödem) auf. Dann sollte der Betroffene sofort seinen Arzt aufsuchen.

Kalzium-Antagonisten


Kalzium-Antagonisten führen die Blutdrucksenkung über eine Gefäßerweiterung herbei. Sie vermindern die Kalziumaufnahme der Gefäßmuskulatur. Ohne Kalzium können sich die Muskelzellen nicht mehr zusammenziehen - und die Gefäße erschlaffen. Gelegentlich können mit Kalzium-Antagonisten, vor allem zu Beginn der Therapie, Begleiterscheinungen auftreten, wie z. B. Kopfschmerzen, Hautrötungen, Knöchelödeme oder die Neigung zur Verstopfung.

Beta-Blocker


Beta-Blocker besetzen bestimmte Rezeptoren am Herzen und an den Gefäßwänden, sodass Blutdruck erhöhende Botenstoffe wie Noradrenalin und Adrenalin nicht mehr ihre volle Wirkung entfalten können. Dadurch sinkt die Schlagkraft und Schlagfrequenz des Herzens und die Gefäße weiten sich - der Blutdruck sinkt. Beta-Blocker bringen eine beruhigende und dämpfende Wirkung mit sich - Hochdruckpatienten verkraften dadurch belastende Situationen besser. Zu den möglichen Nebenwirkungen können Kältegefühl in Händen und Füßen, Potenzstörungen bei Männern und Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit (z. B. beim Sport) zählen.

Diuretika


Seit den 60er Jahren stehen mit den Diuretika wirksame Medikamente zur Blutdrucksenkung zur Verfügung. Sie aktivieren die Nierenfunktion, was zu einer vermehrten Salz- und Wasserausscheidung führt. Der Flüssigkeitsverlust im Blutgefäßsystem senkt den Blutdruck. Früher wurden Diuretika in hohen Dosierungen eingesetzt, weshalb es häufiger zu Nebenwirkungen kam, wie z. B. starkem Harndrang, Senkung des Kaliumgehaltes im Blut oder Erhöhung der Harnsäurewerte. Daher ist eine hoch dosierte Diuretikatherapie z. B. für Gichtpatienten nicht geeignet. Heute kommen Diuretika in niedrigen Dosierungen sowie in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern zum Einsatz. Nebenwirkungen sind daher selten geworden.

Die Kombinationsbehandlung


Für die verschiedenen Formen des Bluthochdrucks gibt es heute individuelle Behandlungsmöglichkeiten. Wirksame Hilfe durch Medikamente kann bei schweren Formen des Bluthochdrucks die Kombination zweier oder mehrerer Medikamente notwendig machen. Kombinationspräparate erleichtern dann die Anwendung. Welche Behandlungsstrategie für Sie infrage kommt, klärt der Arzt mit Ihnen ab ("Vorbereitung auf das Arztgespräch").
 
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